Schwarzsehen? Die Lösung kommt!

Silberputzen mit diversen Haushaltsmitteln.

Das Silber mit der Zeit schwarz wird, ist uns allen Bekannt. Bei manchen Menschen läuft Schmuck schneller an, bei anderen dauert dies einige Zeit - aber das Resultat ist immer schwarz und fleckig.

Sämtliche Versuche der Industrie Überzüge oder Legierungen für Silber herzustellen, die Anlaufbeständig sind, waren bisher leider erfolglos.  Das einzige was bisher mäsigen Erfolg gezeigt hat, ist ein dünner Überzug aus Rhodium über dem Silberschmuck. Dieser nimmt allerdings dem Silber seinen typischen Glanz und arbeitet sich mit der Zeit ab.

So bleibt uns das lästige Silberputzen nicht erspart. Vermeiden sollte man dabei aber Umwelt- und Gesundheitsschädliche Silbertauchbäder.

Bei mattierten Silberstücken ist dies auch kein alzu großes Problem. Mit einer ausgedienten Zahnbürste etwas Zahncreme oder feiner Scheuermilch in der Mattierungsrichtung über den Schmuck bürsten und schon ist das Silber wieder strahlend weiß. Ein weiterer Vorteil dieser Methode: Ungewollte Glanzstellen passen sich der Oberfläche wieder an. Bei polierten Schmuckstücken, oder Schmuckstücken mit gefassten weicheren Steinen wie Bernstein, hinterliese diese grobe Methode allerdings unschöne Kratzer auf den Oberflächen der Steine.

Aber auch für diese empfindlicheren Oberflächen gibt es ein geeignettes Hausmittelchen.

Der Schmuck wird in eine mit Alluminium ausgkleidete Schale (oder einen alten Alutopf) gelegt. Warmes Wasser wird darübergegossen, in das man anschließend je einen Esslöffel Natron und Speisesalz einrührt. Der Schmuck verbleibt für etwa 8 Minuten in der Lösung; danach entnehmen und kurz unter klarem Wasser abspülen. Sollte der Schmuck noch nicht ganz weiß sein muss eine frische Lösung mit unbenutzter Allufolie angesetzt werden und der Vorgang wird wiederholt.

Hier unter youtube.com finden sie übrigens ein sehr eindrucksvolles Video zu dieser Art der Silberreinigung.
Bei weiteren Recherchen zu dem Thema Silberreinigung entdeckte ich noch zwei etwas kuriosere Haushaltsmittelchen die für unsere große Menge an Reinigungen in der Goldschmiede leider nicht tauglich sind. Aber vielleicht helfen sie Ihnen ja weiter.

Die erste Variante, oxidierten Silberschmuck, in ein Taschentuch zu wickeln, Zigarettenasche zu zu geben und dann kräftig reiben - das konnte ich leider selbst nicht ausprobieren, da unser gesamtes Team aus Nichtrauchern besteht ;o)

Variante Nr.2 werde ich bei nächster Gelegenheit austesten. Man nehme ein paar Kartoffeln schäle diese und schneide sie in etwa gleich große Stücke. Dann kocht man die Kartoffeln in Salzwasse bis sie gar sind. Den Schmuck gibt man in eine Schale und übergießt ihn anschließend mit dem noch warmen Kartoffelwasser (ohne Kartoffeln). Kurz einwirken lassen und mit lauwarmen Wasser nachspülen. Und auf die Großtat mache man sich erstmal einen leckern Kartoffelsalat.

Viel Glück beim Ausprobieren und sollte Ihr Schmuck dennoch nicht wieder wie neu aussehen, stehen wir Ihnen gerne für ein profesionelle Aufarbeitung zur Verfügung

Ihre Katharina Fuchs

2 Responses to “Schwarzsehen? Die Lösung kommt!”

  1. Johann Lubienski Says:

    Die angegebene methode ist perfekt für nur leicht sulfidiertes (schwarz/grau) Silber. Testserien haben nachgewiesen, dass für die Salzlösung statt “warmes Wasser” Wasser mit ca 80 Grad Celsius verwendet werden sollte. Die beste methode, Silberbesteck glazvoll zu erhalten, ist es, es oft zu verwenden und in der Geschirrspülmaschine zu waschen! (Schongang, ca 55 Grad).
    Für hartnäckig sulfidiertes Silber würde ich etwas anders vorgehen.
    1. Mechanische Reinigung, besonders der Ritzen, Rillen und Vertiefungen durch eine WEICHE Messigbürste (wie die fürs Schuhputzen von Rauhleder). Allerdings sanft, lange und geduldig anwenden. Nur so hart aufdrücken, dass keine Kratzer entstehen; nur das Schwarze soll weg.
    2.Kurzbad in Salmiaklösung (halbe Stunde).
    3.Dann obig beschriebenes Salzbad.
    4. Dann mit Silberpoliertuch auf Hochglanz bringen.
    5. Mit Acenton oder Nitrolösung und Tuch gut putzen (enfetten).
    6. dasselbe mit Alkohol.
    7. Mit leicht verdünntem Zaponlack (10% Nitrovedünnung) besterichen.

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