Lesung mit Hans Dieter Schreeb (Matiné)
Heute hatten wir das große Vergnügen den Wiesbadener Schriftsteller Hans-Dieter Schreeb in unserem Hause zu haben. Der Kulturpreisträger von 2005, las aus seinem Manuskript, des bisher unveröffentlichten Romans ” Der Schatten des Goldes” vor. Er erzählt von einer Frau, die immer durchkommt. Im Krieg und auch danach…
Die kurzen Ausschnitte daraus waren spannend genug um sich auf das neue Buch zu freuen (Fertigstellung voraussichtlich Herbst) Mehr kann und darf man auch nicht verraten.
Der Raum war ziemlich voll, ca. 35 interessierte Besucher lauschten den Texten. Bei einem Kaffee oder sonstigen Getränken haben wir es uns recht gemütlich gemacht - die Sonne lachte ebenfalls, obwohl es zunächst am Morgen zu schneien begonnen hatte. Herr Schreeb hat uns zum Schluss netter Weise eine Widmung in “unser” Buch >Die Krone am Rhein< - Geschichte und Geschichten eines weltberühmten Hotels (Hotel Krone in Assmanshausen) reingeschrieben.
Wir als Goldschmiede waren allerdings nicht die eigentlichen Gastgeber sondern die Veranstaltung fand im Rahmen der so genannten “Winterlust” der Wiesbadener SPD satt. Inzwischen haben schon mehrere Veranstaltungen in unserer Goldschmiede mit Erfolg stattgefunden. Weitere sind in Planung.
Über den Autor: H.D. Schreeb hat nicht nur als Drehbuchautor gearbeitet und auch TATORT - Episoden verfasst, sondern ist vor allem für seine historischen Romane bekannt: > Der Bader von Mainz<, >Hotel Petersburger Hof<, >Hinter den Mauern von Peking< u.v.m. Seine Bücher zeichnen sich durchlebendige Geschichten vor einem akkurat recherchierten historischen Hintergrund aus.
Quelle: Umschlag | >Die Krone am Rhein< - Geschichte und Geschichten eines weltberühmten Hotels (Hotel Krone in Assmanshausen)
Uns würde mal interessieren, welche Veranstaltungen Ihnen als Kunde und/oder Besucher noch gefallen würden. Welche Themen oder Events würden Sie begrüßen? Was könnten wir für Sie tun? Gerne können Sie hier Ihre Vorschläge schreiben und Ihre Meinung äußern.
Ihre Patrica Esser-Föhre (Goldschmiedemeisterin)
www.regenbogenschmuck.de | www.aufregend-gold.de
Foto: wita/Paul Müller
Februar 5th, 2009 at 18:35
Die folgenden Zeilen füge ich im Auftrag von Herrn Schreeb ein, der uns diese nette Mail geschrieben hat.
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Liebe Frau Esser-Föhre, liebe Frau Föhre,
vielen Dank für Ihr Mail und die Möglichkeit, dass ich noch etwas zur “Krone am Rhein” sagen darf. Ich hänge einen kurzen Text an, den Sie dort einfügen können. Und herzlichen Dank für die Fotos, auch im Namen
meiner Schwester.
Sie haben für den “Schatten des Goldes” und meine Heldin Lilo einen schönen Rahmen geboten: der Bericht von Frau Eder hat beides gut beschrieben. Wann immer Sie sich erneut der Mühe unterziehen möchten,Publikum zu sich einzuladen - ich komme gerne. Zum Beispiel, wenn es um
meinem Roman ‘Primadonna’ gehen würde, der im letzten Jahr als Taschenbuch erschienen ist. (Mehr darüber unter www.schreeb.com)
Hier ein paar Zeilen zu ‘Die Krone am Rhein’:
›Die Krone am Rhein‹ – der Titel ist schon der Inhalt: Es geht um das wunderschöne, weltberühmte Hotel ›Krone‹ in Assmannshausen, es geht um den Rhein, der so wichtig ist für Europa und die Weltgeschichte und es geht um den Rheingau, dieser von Gott gesegneten Landschaft. Der
eigentliche Held dieses Romans ist die Zeit … In 41 Geschichten werden die letzten fünfhundert Jahre geschildert: Vom Jahre 1541 an (»Das Jahr
1541nach der Geburt unsere Herrn war sehr heiß und sehr trocken, und der Rhein führte kaum Wasser.«) bis hin zu den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als man sich über den Konsumterror, die Atomrüstung,irregeleitete Studenten und das Baumsterben sorgte und den baldigen
Weltuntergang voraus sah.
In den mit leichter Hand geschriebenen Episoden begegnet der Leser den berühmten und weniger berühmten Gästen der ›Krone‹, ob sie nun inkognito kamen wie ›Sisi‹, die Kaiserin Elisabeth von Österreich, oder ›mit
großem Bahnhof‹ wie Kaiser Wilhelm I. In der ›Krone‹ wurden große Künstlerfeste gefeiert und im stillen Kämmerlein verfasste Ferdinand Freiligrath sein revolutionäres ›Glaubensbekenntniß‹. Man erfährt auch
von den Wirten des Hauses und dem Glück und Unglück des Personals.Schreeb mischt, wie man es von ihm gewohnt ist, Politisches mit Persönlichem und zeichnet so ein Portrait nicht nur des Hotels, sondern der ganzen Region.
Falls Sie auch zu ‘Primadonna’ etwas einstellen wollen, lassen Sie es
mich wissen. Es würde mir Freude machen.
Mit besten Grüßen
Ihr
Hans Dieter Schreeb
Februar 7th, 2009 at 16:02
Von der Rheingauerin Lisa und dem Raubgold der Nazis
Hans Dieter Schreeb liest aus den ersten Kapiteln seines neuen Romans
Ein Ring verbindet: Goldschmiedemeisterin Patricia Esser-Föhre und Tagblatt-Autor Hans Dieter Schreeb präsentierten sich gegenseitig ihre neuesten Kunstwerke. Foto: wita/Paul Müller
Vom 02.02.2009
WIESBADEN. Eine ungewöhnliche Lesung an einem ungewöhnlichen Ort stand auf dem Veranstaltungsprogramm “Winterlust” der SPD: Hans Dieter Schreeb, Schriftsteller und Kulturpreisträger 2005 der hessischen Landeshauptstadt, las aus einem noch unveröffentlichten Romanmanuskript.
Von
Angelika Eder
Der Ort passte zum Titel des neuen Romans “Im Schatten des Goldes”. Schreeb las nämlich inmitten der Schätze der Goldschmiedemeisterin Patricia Esser-Föhre, deren Räumlichkeiten in der Oberen Webergasse, wie Stadtrat Wolfgang Herber vor der Lesung unter Zustimmung aller Anwesenden betonte, “auch Kultur ausstrahlen, ohne dass darin etwas passiert”.
Dort nutzte Tagblatt-Autor Hans Dieter Schreeb seine Zuhörer, “die Treuesten der Treuen als Testpublikum”: Er wollte sich von der Wirkung seiner ersten fertiggestellten Kapitel ein Bild machen. Sein neues Werk ist dem Raubgold gewidmet und der zerstörerischen Wirkung des Gutes, das die Nazis ihren Opfern in Auschwitz und anderen osteuropäischen Konzentrationslagern stahlen. Jeder, der sich damals auf die Schnelle bereichern wollte, begab sich in das sogenannte Generalgouvernement, laut Schreeb “aus den Resten des Staates von Polen zusammengezimmert und mit eigenen Gesetzen versehen”. Dort kam übrigens auch Oskar Schindler zu dem Geld, mit dem er wiederum Juden rettete.
Das umgeschmolzene Gold gelangte zunächst in die Türkei und später nach Kuba, wo die amerikanische Mafia das Sagen hatte. Den Weg der schmutzigen Geschäfte verfolgte Schreeb mit der ihm eigenen Akribie. So erfuhr der Zuhörer beispielsweise, dass die Türkei nicht nur neben der Schweiz das einzige Land mit freiem Goldhandel war, sondern auch einheimische Nazis beherbergte, deren “Führer” sich mit einem Bärtchen à la Hitler schmückte und die NS-Propagandazeitung “Der Stürmer” in der Landessprache herausgab. Und er erfuhr, dass in der Türkei alle kriegsführenden Mächte, also auch Engländer und Franzosen, ihre Geschäfte machten.
Die Fakten und Zusammenhänge liefert Schreeb seiner prinzipiellen Intention als Schriftsteller entsprechend nicht als trockene historische Geschichtsdarstellung, sondern verarbeitet sie in einem Roman mit der Protagonistin Lisa Kaminski: Die gebürtige Rheingauerin heiratet einen Nazi, der später in seinem Beruf als Arzt in Sanatorien innerhalb des genannten Generalgouvernements den Herrenmenschen mimt. Am Beispiel der Lisa, einer Frau mit zwei Gesichtern, die, so ihr Schöpfer Schreeb, “nicht nur die zehn Gebote kennt, sondern auch die Selbstsucht, und sich auch außen raushält, obwohl sie weiß, was sich abspielt”, soll der Leser nachvollziehen, “wie damals eine ganze Nation über die Runden gekommen ist”.
Ein spannendes Thema in Deutschland, in dem die Vergangenheit von vielen bis in die 80er Jahre hinein geleugnet wurde, wie Schreeb nicht zuletzt vom hiesigen Eichberg zu berichten weiß. Ein Thema, mit dem er bei der Veranstaltung die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer gewann, mit dem er sie als Leser jedoch noch mehr fesseln wird: Schreeb ist eben nicht der geborene Vorleser, sondern der geborene Schriftsteller.